Ausstellung: musik inklusiv


Übersicht















THEMA 1

Projekte

Fotos: Philipp Haas, Iskender Kökce














Die Weiterentwicklung inklusiver Arbeit lebt gerade im künstlerischen Bereich von der Zusammenarbeit verschiedener Projekte. Die Kooperation mit dem Verein intergration e.V. führte  2009 zu einer temporären inklusiven Kunstakademie an der TU Dortmund und schließlich zum Projekt metamorphopolis.

Zwei Wochen lang entstanden dann im Rahmen von RUHR.2010 TWINS in einer Dortmunder Industriehalle Bilder von Menschen in einer sich wandelnden Metropole. Musiker, Bildende Künstler, Literaten, Filmemacher, Performer und Geschichtenerzähler- sie alle behandelten die Frage „Wie wollen wir leben?“

Der Kontakt mit Day of Song 2010 führte zur Einrichtung eines temporären Gebärdenchores  beim Großkonzert am 5. Juni 2010 im Schalker Stadion und 2012 zu einem internationalen Tag der Bodypercussion an der TU Dortmund.

Die Zusammenarbeit mit der Einrichtung Schiffskoje gibt allen Beteiligten neue Impulse für die Förderung von Kindern aus der Nordstadt. Der Kultursalon Schiller 37 gestaltet inklusives Kulturleben im Wohnzimmerformat.


THEMA 2

Just Fun und das Soundfestival DIS















Just Fun ist bundesweit die bedeutendste inklusive Formation mit Big Band-Charakter. Gegründet wurde Just Fun im Jahr 1998 von Claudia Schmidt. Sie hat an der TU Dortmund studiert und leitet das Ensemble von 30 Musikern bis heute. Beheimatet ist Just Fun an der Musikschule Bochum.



Bundespräsident Rau lud Just Fun für ein Konzert nach Berlin ein und weil es ihm gefiel, gleich noch mal. Just Fun musizierte mit der Jazz-Sängerin Brenda Boykin sowie mit Peter Maffay und ist das Aushängeschild des Verbandes deutscher Musik-schulen. Musikalisch ist die Band immer in Bewegung. Das Repertoire reicht von Pop und Rock über Rap und Samba bis zu Jazz und Weltmusik. Jedes Bandmitglied spielt Stimmen, die seinen musikali-schen Kompetenzen entsprechen. 


Quelle YouTube: Veröffentlicht am 17.09.2012 von

Auch das Dortmunder Inklusive Soundfestival DIS ist ohne Just Fun nicht zu denken. Zum ersten Mal ver-anstaltet 2008, ist das Festival heute ein feste Größe im Dortmunder Musikleben. Merkmal von DIS ist die musikalische Fusion höchst unterschiedlicher Stile und Temperamente.  So geht Inklusion.





THEMA 3

DOMO


















(c)Christoph Rodatz, 2012; Quelle YouTube
Teilhabe am kulturellen Leben – dieses Recht hat jeder Bürger.  Das Dortmunder Modell: Musik lotet in den Jahren 2010 bis 2013 aus, auf welche Weise es gelingen kann, möglichst vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der drei Dortmunder Werkstätten für Menschen mit Behinderung eine musikalisch aktive Teilhabe am kulturellen Leben der Stadt zu ermöglichen.



Begabte und interessierte Menschen mit Behinderung erhalten seit 2010 einzeln oder in Gruppen Unterricht auf dem Instrument ihrer Wahl.  Zudem spielen sie in neu gegründeten Ensembles. Der inklusive Chor „stimmig“ an der TU Dortmund bringt  Werkstattmitarbeiter und Studierende zusammen. Die Mitarbeit professioneller Musiker und öffentliche Konzerte sind besondere Merkmale von DOMO. Und: 35 DOMO-Musiker haben sich in diesem Jahr neu als Schüler der Musikschule Dortmund angemeldet!



Finanziert wird DOMO vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW, durchgeführt wird es an der TU Dortmund von Prof. Dr. Irm-gard Merkt, Claudia Schmidt und Lis Marie Diehl mit vielen engagierten studentischen Helferinnen und Helfern. 





THEMA 4

Europa inTakt



















Seit 1998 finden an der TU Dortmund unter dem Stichwort InTakt regelmäßig  Sonderveranstaltungen und Weiterbildungen für die musikalische Arbeit mit Menschen mit Behinderung statt.




Das Jahr 2003 wurde von der EU zum Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderung erklärt. Anlass, einmal zu sehen, wie die musikalische Arbeit  in anderen Ländern Europas aussieht. 7 Gruppen aus 7 Ländern wurden 2003 zum ersten Europa InTakt zu international gemischten und inklusiven Workshops und zu Konzerten nach Dortmund eingeladen.



Bekannte Dozenten wie Wolfgang Stange aus London erarbeiteten in ihren Kursen künstlerische Projekte. In einer großen Abschlussveranstaltung im Dortmunder Rathaus wurden die Ergebnisse präsentiert.



Höhepunkt war Europa InTakt.2010 als Projekt der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010. Ensembles und Orchester aus Deutschland, Dänemark, Italien, Frankreich, Litauen, aus der Türkei und aus Ungarn zeigten ihre musikalische und inklusive Sonderklasse. 




THEMA 5

Konzerte an besonderen Orten

Plakat: Konzerte an besonderen Orten
Video: Daniel Hengst













musik inklusiv passt an jeden Ort! Deshalb gibt es seit 2009 die Reihe „Konzerte an besonderen Orten“, unterstützt vom Kulturfonds der TU Dortmund. 


Quelle YouTube: Konzert im Borusseum. Station 17 trifft DOMO.
Die Konzertreihe wurde im Dortmunder domicil mit „just fun goes china“ eröffnet. Ende Oktober hieß 
es im Raubtierhaus des Dortmunder Zoos „The Lion Sleeps Tonight“. Die Dortmunder Rohrbläser, das Barbershopquartett Bella Donna, die Maxi-Music der Max-Wittmann-Schule und das Publikum sangen angesichts der etwas schläfrigen Raubkatzen hingebungsvoll den Klassiker von Pete Seeger. „Washing machines“ war eine Improvisation mit Menschen und Maschinen in der Großwäscherei der AWO.

2011 brachte die Konzertreihe die Brassband 
„Marshall Cooper extended version“ und den Chor „stimmig“ in die Fußgängerzone. Der Hausmusik-kreis Linde aus Lemgo bezauberte mit einem klas-sischen Konzert in der Margaretenkapelle. 

Das Borusseum öffnete seine schwarz-gelben Pforten für das Treffen von DOMO-Musikern mit 
Station 17 aus Hamburg. Ein multimediales „Spitzenspiel“!



THEMA 6

Förderpreis













Schon lange war es dem Dortmunder Ehepaar Christa und Wilhelm Sonnemann klar, welche Bedeutung die Musik im Leben eines Kindes mit Behinderung spielen kann. Ihre Tochter Miriam war mit Downsyndrom geboren. Miriam liebte Musik, lernte Noten lesen und profitierte sehr vom gemeinsamen Musizieren mit Nichtbehinderten. Nach Miriams frühem Tod errichteten ihre Eltern im Jahr 2003 die miriam-stiftung.

Teil der Stiftungsarbeit ist der Förderpreis InTakt. Er wird seit 2004 jährlich vergeben. Ein Einzelpreis, dotiert mit € 1.500.-, honoriert kreative musikalische Konzepte für eine inklusive Musikpädagogik. Der Gruppenpreis, dotiert mit € 3.500.-, würdigt beispielhafte bestehende Projekte.

22 Preise einschließlich einiger Sonderpreise sind bis heute vergeben. Die Bandbreite reicht vom Filmprojekt „Beinahe die Zauberflöte“ mit Kindern mit schwerster Behinderung an der Oberlinschule Volmarstein bis zum Ausbildungsprojekt „Berufung Musiker“ an der Musikschule Fürth. Mehr unter www.miriam-stiftung.de.


Preisträger des Förderpreises InTakt der Miriam-
Stiftung

Einzelpreise:
Angelika Jekic, Augsburg, Gerda Bächli, Winterthur / Schweiz, Johannes Joliet, Experimentalorchester Halle 016, Reutlingen, Ulla Klinkhart, Edingen, Horst Kortemeier, Kalletal / Ostwestfalen, Beate Theißen, Erkelenz, Robert Wagner, Musikschule Fürth, Dierk Zaiser, Denkendorf


Gruppenpreise:
„autigroup“, Nürnberger Land, „Beinahe die Zauberflöte“, Oberlinschule Volmarstein, „Die Regenbogenkinder“,Chemnitz, „Fight and Dance“,  Gescher, „Jolly Jumper“, Emmendingen, „Kids vom Ring“, Kronach, „Marshall Cooper extended version“, Mainz/Dortmund, „Rendezvous des tambours“, Essen

Sonderpreise:
Jens Wagner,  Chemnitz, Sigrid Neugebauer-Schettler, Osnabrück, Anne-Katrin Tietke und Roger Tietke, Dresden, Los Krawallos, Bielefeld, Die heißen Reifen, Hamburg, Only Winners, München



ZITATE



aus dem Dortmunder Modell: Musik
Ich kann nur sagen, dass Musik lausig viel Spaß macht.
Mein erster Auftritt…Nervös war ich doch schon ein bisschen. Ich kannte das vorher nur vom Fernsehen her.

Ich wollte schon immer sowas anderes machen und singen und tanzen mache ich total gerne. Es ist nicht nur ein Hobby, sondern ein Stück Leben von mir.
Ich spiele, weil es mir natürlich Spaß macht. Aber ich sage mal, es ist auch gut, um mein Gehirn zu trainieren. Es ist ja bekannt, dass die linke Gehirnhälfte durch Musik aktiviert wird.
Ich bin sehr gut drauf, seitdem ich Geige spiele. Meine Stimmung hat sich dadurch sehr verändert, ja. Und ich sage mal, auch die sozialen Kontakte, die ich mache.

Und aber eben auch die Noten versuch ich mir zu merken, da brauch ich ein bisschen länger, bis ich die so abspeichern kann. Ich hab das mehr so im Gehör, wenn ich was Musikalisches lerne.

Ich habe mal was einstudiert, frei aus dem Kopf heraus: „Eine Freude von
Beethoven“.

Mein Hobby ist Lady Gaga Fan.

Eigentlich ist mein Hauptinstrument ja meine Stimme.

Musik ist gut, um sich abzureagieren. Wenn ich absolut Zoff habe, dann hau ich Status Quo rein. White Christmas.
Möchten Sie gerne ein Instrument spielen? Vielleicht Ukulele. Da ist man nicht so auf den Gurt angewiesen. Ukulele ist ein Leichtgewicht.
Würden Sie gerne in einer Band spielen? Ja, um Ideen auszuprobieren. Drums, Nähmaschinenfabriksounds. Ich war auf dem Waschmaschinenkonzert, könnte man hier auch machen.
Mein Bruder singt gerne und spielt Saz. Man kann die Frauen verliebt machen mit der Saz und romantischer Musik.
Ach, die alten deutschen Schlager, die konnte man wenigstens noch verstehen.
Ich bin gehörlos. Ich fühle Musik. Gerne übers Tanzen.
Wenn ich Hip Hop höre, bin ich in einer anderen Welt.
Gehen Sie gerne zu Musikveranstaltungen? - Nein, Musik, ist nicht meine Art.
Es gibt ja auch Löffel, mit denen man musizieren kann.
Musik ist die Kunst in Tönen, also die Tonkunst.

Es ist so wie im italienischen Straßenverkehr, man muss immer wach bleiben und sich den Dingen anpassen.
Philipp Kreperat über Just Fun

Ich bin Matthias, spiele Saxophon und Mundharmonika. Noten lesen kann ich gar nicht, die sehen für mich aus wie Tauben auf einer Hochspannungsleitung, ich konnte mal ein bisschen Noten lesen.  Ich gucke immer bei meiner Nachbarin auf die Finger.
Matthias Lindegger über Just Fun



Es ist eine schöne einfühlsame Melodie und was nicht aus dem Kopf heraus geht.
Ich würde sagen der Roland Kaiser, die Nana Mouskory, der Mozart sind Ohrwürmer für mich. Die Ohrwürmer sind keine richtigen Würmer in dem Sinne.
Hermine Fraas (Ohrenkuss, Heft 22)

…Wen ich einen ohrwurm habe das ist ein daurklang.
Tobias Wolf, selbst getippt (Ohrenkuss, Heft 22)

Durch den Kopfhörer kommt die Musik ins Ohr und weg geht es nur wenn man den Stecker heraus zieht. Und das hilft auch oft nicht. Sie bleiben im Kopf.
Hermine Fraas (Ohrenkuss, Heft 22)

Das Glück seines Leben kann keiner schmieden;
immer nur das Glück des Augenblicks;
Angela Fritzen, selbst getippt (Ohrenkuss, Heft 22)

Wenn ich mein Lieblingslied höre / dann fühlt es sich sehr sehr schön an / dann bin ich zum Tanz aufgefordert.
Teresa Knopp (Ohrenkuss, Heft 22)


Die Töne von der Maschinen macht diese interessante Geräusche. Wenn ich die Musikrichtungen höre, dann habe ich gute Gefühle und Glück, weil die laut sind und das ist schön im Ohr zu haben. Und so was hört man auch im Meer oder im Wald. [. . .]
Johanna von Schönfeld, diktiert (Ohrenkuss, Heft 22)
Am Rhein
Ich höre die stimmen.
Ich höre die lauten schnelle joggschritte.
Ich höre die motoyerneusche.
Ich höre die stille im wind.
Svenja Giesler (Ohrenkuss, Heft 22)

ZITATE FÜR DIE BANNER –RÜCKSEITE
„ JUST FUN + SOUNDFESTIVAL“
Ich bin mal ein bisschen dreist und sag als studierter Musiker kann ich ziemlich viel, aber ich bin in der Gruppe alles andere als unterfordert. Das hab ich so nicht erwartet, ich muss meine Sachen üben. Und für mich als klassisch ausgebildeten Musiker ist diese Methode alles andere als einfach (lacht), aber sie ist spannend und macht Spaß.
Just Fun-Musiker

DOMO
Man hat ja festgestellt, dass ich eine gute Stimme haben soll, angeblich.
Und was meinst du selber?
Naja gut, wenn ich mir selber zuhöre, kann ich das eigentlich wohl nachvollziehen.

aus dem Dortmunder Modell



EUROPA INTAKT
I think that what is happening now is very, very right. We were talking about that with other colleagues from Istanbul and from Italy, I don´t remember all of them, but
it´s something very great.  I am very happy and very glad. All we are very satisfied.

Egle Zukauskaite,  Litauen



BORUSSEUM

Die Töne von der Maschinen macht diese interessante Geräusche. Wenn ich die Musikrichtungen höre, dann habe ich gute Gefühle und Glück, weil die laut sind und das ist schön im Ohr zu haben. Und so was hört man auch im Meer oder im Wald. [. . .]

Johanna von Schönfeld, diktiert (Ohrenkuss, Heft 22)


PROJEKTE
Durch den Kopfhörer kommt die Musik ins Ohr und weg geht es nur wenn man den Stecker heraus zieht. Und das hilft auch oft nicht. Sie bleiben im Kopf.
Hermine Fraas (Ohrenkuss, Heft 22)


++++ Historie ++++


18. 05. 2013 Ausstellungseröffnung in Hamm
"Musik Inklusiv" - Vernissage mit "piano plus" Samstag,

16.04.2013 Ankündigung
„musik inklusiv“ vom 18.Mai 2013 bis zum 09.Juni 2013 in der Stadthausgalerie Hamm

07.03.2013 Abschlussveranstaltung "DOMO"
mit Exponaten aus der Ausstellung Musik Inklusiv aus Dortmund
domo vision: Abschlussveranstaltung im FZW Dortmund

10.09.2012 Planung
Ausstellung "musik inklusiv" geht nach Hamm.
Bei den Bürgern ist das Thema Inklusion  nicht angekommen. Es fehlt bisher vor allem an Informationen und Konzepten, die die noch immer große Zahl der Zweifler davon überzeugen könnten, dass Behinderte und Nichtbehinderte prima miteinander leben und lernen können. Dieser Umstand könnte sich zumindest in Hamm bald ändern. Denn im Mai hält eine sehens- und vor allem hörenswerte Ausstellung Einzug in die Stadthausgalerie in der City.

6.9.-7.10.2012 Ausstellung
musik inklusiv - Ausstellung im Dortmunder U vom 6.9.-7.10.2012



++++  Ausstellung in Düsseldorf ++++

Die Ausstellung musik inklusiv wird von 24.06.2014 – 11.07.2014 im Landtag NRW in Düsseldorf
gezeigt! Am 24. Juni um 16.00 Uhr wird die Landtagspräsidentin die Ausstellung im
Foyer des Landtagsgebäudes eröffnen.


Im September 2012 war in der Hochschuletage des Dortmunder U die Ausstellung zu sehen, die mit Fotobannern, dazugehörigen Filmen und einem Konzertprogramm das Thema Musik und Inklusion präsentierte, wie es im Fach Musik der Fakultät Rehabilitationswissenschaften der TU
Dortmund gesehen und gestaltet wird.

Ein Film auf youtube dokumentiert die Eröffnung:
http://www.youtube.com/watch?v=WXyRZlxQui8



+++ Ausstellung in Hamm +++ 
Aktuelle Bilder vom Aufbau der Ausstellung in Hamm
Do 16.05.2013, 13:56 Uhr






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